
Kronen Zeitung
IRRER KRIMI GEGEN REAL
Sieben Tore und am Ende steht Bayern im Halbfinale
Was für ein verrückter Fußball-Krimi! Dreimal lag der FC Bayern im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League gegen Real Madrid zurück und doch löste er am Ende des Abends mit einem 4:3 (Gesamtscore: 6:4) das Ticket fürs Halbfinale.
In München egalisierte Arda Güler Reals Rückstand nach dem Hinspiel nach einem schweren Patzer von Manuel Neuer schon nach 34 Sekunden. Aleksandar Pavlovic (6.) glich aus, ehe Güler per Freistoß nachlegte. Bayerns neuerlichen Ausgleich durch Harry Kane (38.) konterte mit Kylian Mbappe (42.) Reals Tormaschine. In der zweiten Halbzeit stand das Spiel auf des Messers Schneide. Eduardo Camavinga sah Gelb-Rot (86.), ehe die Bayern noch entscheidend trafen. Der schon ausgewechselte Güler sah nach Schlusspfiff noch Rot. Im Halbfinale wartet auf die Münchner ein Duell mit Titelverteidiger Paris Saint-Germain, Arsenal trifft auf Atletico Madrid.
Blitzstart von Real, Bayern gleicht prompt aus
Die erstmals in ihrer Champions-League-Historie ohne einen einzigen Spanier in der Startelf eingelaufenen Madrilenen benötigten genau 34 Sekunden, um den Rückstand nach dem Hinspiel zu egalisieren. Der 40-jährige Neuer – in Madrid noch Bayerns Matchwinner – leistete sich weit vor dem eigenen Tor einen haarsträubenden Fehlpass auf Güler, der mit links sofort ins verwaiste Gehäuse abschloss. Die nach dem Hinspiel unverändert eingelaufenen Bayern mit Laimer links in der Viererkette wurden vor 75.000 Zuschauern kalt erwischt. David Alaba erlebte dies bei seiner Rückkehr nach München von der Bank aus.
Nur fünf Minuten später profitierten aber auch die Bayern von einem Patzer des gegnerischen Goalies. Der wieder anstelle des verletzten Thibaut Courtois aufgebotene Andriy Lunin agierte bei einem Joshua-Kimmich-Eckball viel zu passiv, Pavlovic verwertete einen halben Meter vor dem Tor per Kopf. Die Bayern waren wieder im Vorteil, mussten mit ihrer aggressiven Taktik gegen Reals schnelle Spitzen aber defensiv aufpassen. So musste Laimer gegen Mbappe rettend eingreifen, Dayot Upamecano holte sich für ein Tackling gegen Vinicius Jr. einen Extra-Applaus ab.
Torjäger Kane und Mbappe erfolgreich
Kimmich rang Lunin eine erste Parade ab, ehe der slowenische Referee Slavko Vincic ein Foulvergehen von Laimer an Brahim Diaz ortete. Güler legte sich den Ball in guter Position zurecht und traf mit links. Neuer konnte den Freistoß nicht bändigen. Die Bayern reagierten erneut. Während die Bank in einer strittigen Szene noch einen Elfmeter reklamierte, hatte Kane im Strafraum Platz und schloss zu seinem 50. Pflichtspieltor in der laufenden Saison ab. Vinicius Jr. traf in einer rastlosen ersten Halbzeit kurz darauf die Lattenoberkante, ehe er bei einem Gegenstoß drei Verteidiger auf sich zog und auf Mbappe ablegte. Der Franzose erzielte sein 15. Tor in der laufenden Königsklasse. Die Bayern reklamierten in der Entstehung ein Foulvergehen, wurden vom VAR aber nicht erhört. Trainer Vincent Kompany sah Gelb. Der Belgier wird im Halbfinal-Hinspiel damit gesperrt fehlen.
Laimer wechselte nach der Pause durch die Einwechslung von Alphonso Davies die Seiten. Bis zur nächsten Großchance durch Diaz dauerte es nur eine Minute. Neuer hielt indes die Bayern bei einem Mbappe-Volley im Spiel. Je länger die Partie lief, stand fest: Für beide Teams konnte der nächste Treffer entscheidend sein. Der eingewechselte Camavinga musste mit Gelb-Rot dann vom Feld. Noch bevor Real-Coach Alvaro Arbeloa reagieren konnte, traf Diaz von knapp außerhalb des Strafraums mit einem abgefälschten Schuss. Olise sorgte für den Schlusspunkt. Der 15-fache Bewerbsieger aus Madrid wird in dieser Saison damit wohl ohne Titelgewinn bleiben.
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